Ein Plädoyer für das Abschaffen von ADHS???

Als ich mal wieder so durch meine Seiten des WWW gestöbert habe, bin ich durch einen Link bei Facebook auf diese hier gestoßen: http://adhs-info.jimdo.com/andere-seiten/

Dort prangte dann die Überschrift: Ein Plädoyer für das Abschaffen von ADHS mit einem Link auf diese Seite: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/plaedoyer-fuer-das-abschaffen-von-adhs-3091.php

Laut einer Umfrage der Zeitschrift „Eltern“ haben Eltern, nämlich 44%, die größte Angst, das ihre Kinder die Diagnose ADHS bekommen. So weit sei es mit der unbegründeten Verunsicherung, ja sogar Verängstigung gekommen.

Zitat: …die geschürte Angst vor ADHS zieht Erziehungsfehler nach sich, die wiederum in
„ADHS“ münden können.  (Erziehungsfehler? Vielleicht. Mama am Arbeiten, Papa am Arbeiten, keine Zeit für die Kinder und ihre Probleme, Sehnsüchte….Kinder, die mit 2 Jahren oder früher schon in die Kita abgeschoben werden, die sich mit Lautstärke und unwissen gegen andere Kinder durchsetzen müssen, die sie schlagen oder ungerecht behandeln. Überforderte Erzieherinnen (Hut ab vor allen Erzieherinnen, es ist viel Arbeit und viele machen es echt gut), die zu viel Arbeit haben und auch teilweise noch die Erziehung der Eltern übernehmen müssen (Windel abgewöhnen, richtige Essen usw. (Danke hier an die Stammerzieherin von meinem Kleinen, die mich darin unterstützt, weil er eigentlich schon trocken ist, also zu Hause, aber in der Kita will es nicht klappen) Viele Muttis geben sich aber viel Mühe mit der Erziehung ihrer Kinder und machen nicht viel falsch und trotzdem „ticken“ die Kids nicht richtig.)

Ich denke, man sollte den kompletten Text selber lesen, bevor ich in Schwierigkeiten komme. Ich gebe einfach mal meinen Senf dazu:

Als meine Große ihre Diagnose ADS Mischtypus bekam, war ich sehr erleichtert, weil wirklich jeder mich als unfähige Mutter hinstellte (Thema ERZIEHUNGSFEHLER). Das Jugendamt, sogar Therapeuten stellten mich als unfähig hin. Als dann unsere Kinder vom Jugendamt aus diesen und leider anderen Gründen rausnahm, wurden die Probleme der Kinder nicht weniger. Bis heute, 3 1/2 Jahre nach der Herausnahme, plagt sich die Pflegemutter immer noch mit den selben Problemen der Kinder herum, wie ich sie schon damals hatte. Aber damals war es meine angebliche Unfähigkeit, heute ist es die zu große Loyalität der Kinder zu uns „Stammeltern“ die die Kinder verunsichern und psychisch labil machen. 

Ich kann aber mit einem vom Gericht beauftragten Gutachten belegen, das es zwar Erziehungsdefizite gab, die sich aber in Grenzen halten und mit ein wenig Hilfe von der Sozialpädagogischen Familienhilfe zu bewältigen sind. Leider habe ich diese Defizite nur mit einem Elterntraining nicht aber die Hilfe des Jugendamtes und der SPFH ausbügeln können.

Also, an wem liegen nun die Aufmerksamkeitsstörungen in der Schule, die Legasthenie, das wibbeln mit den Füßen, nicht stillsitzen zu können, kaum Sozialkontakte zu haben usw. IN der Pflegefamilie gibt es selten mal eine CD zum hören, keinen Fernseher, viel Natur, draußen spielen, Bücher lesen usw. (nicht das das schlimm, im Gegenteil, das ist super, hab ich auch von gelernt).

Aber warum gibt es diese Defizite bei einer gelernten Erzieherin so wie bei einer absolut unfähigen Mutter wie mir?

Sagen wir mal so: Früher gab es diese ganzen Sachen wie Fernsehen, IPod, IPads, Tablets, Handy, Spielekonsolen, Computer, Fernseher usw. nicht. Die Kinder waren viel draußen, mit auf dem Feld, oder liefen ungehindert Inder Gegend rum. Es fiel nicht auf, wenn sie verträumt unter einem Baum lagen, oder beim Essen wibbelig waren, weil es in der Stube immer unruhig war, weil man nicht nur zu zweit oder zu dritt am Tisch saß, wo ruhe und Frieden verlangt wird, weil Mama und Papa müde von der Arbeit sind.

Außerdem wurden die Kinder mehr „gezüchtigt“, in dem sie verprügelt wurden, wenn sie nicht artig waren. Heute tut man das nicht mehr, und es fällt mehr auf, das die Kinder unartig sind und nicht tun, was sie sollen, in einer Welt, wo alles schnell und geordnet sein soll, wo alle das machen müssen, was von der Gesellschaft wird. Was immer das heissen soll.

Unsere Gesellschaft ist durch die ganzen Medien usw. so durcheinander geworden, das manche Hirnregionen nicht mehr nachkommen. Unser Gehirn ist einfach dafür nicht gemacht und hat sich noch nicht daran gewöhnt.

Gäbe es eine Zeitmaschine und wir würden in das Jahr was weiß ich reisen können und den Kinder sowie den Erwachsenen dort unsere heutigen medialen und kommunikativen Möglichkeiten anbieten, würde es nicht lange dauern, und die Probleme bei Kindern und Erwachsenen wären die gleichen, wie wir sie heute haben. Vielleicht schlimmer, weil wir uns langsam dran gewöhnen konnten, die nicht.

Ich bin kein Wissenschaftler, aber ich schaue mir Doku´s an. Da gab es eine, wo man einer Familie alles weggenommen, Handy, Fernseher, alle Elektrogeräte usw. hat und sie mussten leben wie im Mittelalter. Die komplette Familie wurde ruhiger, es fehlten nach einer Zeit die Geräte auch nicht mehr und die Kinder spielten wieder mit dem, was sie fanden.

Also, warum sollte es dann nicht andersrum auch so sein?

Ein Plädoyer für das Abschaffen von ADHS: Wie soll es dann heißen? Krankheit, die die Gesellschaft nicht anerkennt?  

Macht mal Vorschläge, vielleicht können wir eine neue „Krankheit erfinden“, die dann auch nur einen Modekrankheit ist, wie ADHS, obwohl die Diagnose ADHS schon mehr als 20 oder 30 Jahre gestellt wird. Also soviel Mode scheint es nicht zu sein. Burn Out wird noch nicht so lange diagnostiziert, wird aber anerkannt.

Also, auf Kommentare freue ich mich

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Eine Antwort zu “Ein Plädoyer für das Abschaffen von ADHS???

  1. Pingback: Ein Plädoyer für das Abschaffen von ADHS??? | alipajolu- Der ganz "normale" Wahnsinn·

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